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Aus dem Berlin nach Harris entsteht ein Geschmackssinn für trübe Geschichte, das vormals lächelnde Gesicht uniformierter Verbrecher auf dem Weg zum Oscar. Als vergangene Zukunftsvision überspült es den Schrecken der Geschichte mit den Fundamenten eines Schriftwahns, der den Autoren in der Welt danach das Schafott zum letzten Mahle reicht. Passiv ist Geschichte der Rahmen, das Bild und die Farben, einer irreversiblen Märchenkultur in den Köpfen zu vieler Menschen, in denen zu weniger zugleich.
Note: Sehr gut! Unbedingt lesen!
Henry Wilt, ein freidenkender Berufsschullehrer aus einem englischen Dorf namens Ipfort will endlich mal seine Ruhe haben. Ruhe vor seiner übergewichtigen, verständnislosen Frau Eva und ihren nicht zu bändigenden Vierlingen. Als die Familie eine Einladung nach Amerika erhält, beschließt Henry einen Plan zu schmieden, der es ihm erlaubt nicht mit in den Flieger steigen zu müssen. Der Plan gelingt und Henry macht sich sehnsüchtig auf das gute alte England zu entdecken. Bei seiner Reise ohne Ziel landet er von einer kleinen Misere in der nächst größeren und plötzlich wacht er im Krankenhaus auf und sieht sich in einen Mordfall verwickelt… Nur gut, dass er sich an nichts erinnern kann.
Sharpe zeigt ausdrucksstark wie schnell eine Verkettung von Zufällen dazu führt, das niemand mehr sein Gegenüber versteht und die Welt plötzlich wieder zu einer mit Salami belegten Scheibe wird. Dass Sharpe aber, wie auf dem Klappentext angekündigt, einer der witzigsten Autoren unserer Zeit sein soll, kann ich leider nicht bestätigen. Dieses Buch ist zwar spannend zu lesen, aber meinen Humor trifft es leider überhaupt. Vielleicht liegt es auch an der teilweise kläglichen Übersetzung ins Deutsche. Dennoch eine nette Unterhaltungsliteratur.
Note: Gut. Kann man lesen.
Vier Menschen, vier Lebensgeschichten und eine Gemeinsamkeit: Der Wunsch sich am Silvesterabend von einem Hochhaus zu stürzen. Das ist der Stoff, den sich Hornby, ein Meister der Beschreibung alltäglichen Wahnsinns, genommen hat, um eine traurige und zugleich witzige Geschichte zu erzählen. Die vier Hauptfiguren stammen aus völlig verschiedenen Verhältnissen und raufen sich mehr oder weniger freiwillig zusammen. Um sich gegenseitig zu helfen? Das würde keiner von ihnen zugeben, aber im Endeffekt bleibt es dem Leser überlassen, wie er die bunte zwischenmenschliche Beziehungskiste, die dieses Buch bietet, auspackt. Es sollte jeder etwas damit anfangen können, der sich irgendwann in seinem Leben schon einmal etwas intensiver mit dem Gedanken um Leben oder Sterben auseinandergesetzt hat. Eventuell verschafft dieses Buch sogar eine kleine Erleuchtung.
Note: Sehr gut! Bitte lesen!
Dieses Buch ist anders. Soviel steht fest. Nachdem ich es in wenigen Tagen verschlungen hatte, musste ich mir ernsthafte Gedanken über meine bisherige Liste der Lieblingsbücher machen und kam zu dem Entschluss dieses auf dem Thron zu platzieren. Safran Foer ist ein begnadeter Autor, der es wie kein zweiter versteht mit einfachen Worten eine ungeheuer realistische Atmosphäre zu schaffen. Die kleinen Abenteuer eines überdurchschnittlich intelligenten Jungen, der, wie man später erfährt, seinen Vater am 11. September 2001 verlohr, zeichnen einen sehr persönlichen Eindruck über die Geschehnisse dieses Tages. Und ich war angenehm überrascht, wie kleinlaut Safran Foer mit dieser Thematik umgegangen ist, denn im Gegensatz zu ihm, pochen viele andere Autorenkollegen immer wieder auf die Herz erweichenden Einzelschicksale an diesem Tag, mit viel Theatralik und meist noch mehr Patriotismus gespickt. Dies Buch behält von Anfang bis Ende seinen Spannungsbogen, der zudem durch immer neue Gegebenheiten weiter gespannt wird und man bekommt nie das Gefühl, man wüsste wie die Geschichte ausgeht. Wie gesagt, für mich eine der Entdeckungen des letzten Jahres, auch wenn das Buch bereits im Jahr 2005 erschien. Ich konnte auch nicht widerstehen und habe mir gleich sein Werk “Everything is Illuminated” aus dem Jahr 2002 besorgt.
Note: Sehr gut! Unbedingt lesen!
Dieses Buch ist ein wunderbarer Einstieg in die Materie und die Geschichte der Künstlichen Intelligenz. Auf dem Hövel entdeckt auf seiner Reise, mit einem wunderbar verständlichen und teilweise amüsierenden Schreibstil, die Meinung vieler Experten und Halbgötter auf diesem und verwandten (Forschungs-)Gebieten. Neben der erwartet technischen Seite, erschließen sich auch sehr viele geschichtliche und philosophische Themen, die in diesem Zusammenhang diskutiert werden. Es gibt verschiedene Rückblicke und Ausblicke auf die Errungenschaften und Fehlschläge der KI. Auf jeden Fall sollte man dieses Buch gelesen haben, wenn man in diese Thematik einsteigen will, aber mit Fach-Chinesisch nicht so bewandert ist.
Mehr als einen großen Überblick über das spannende Forschungsgebiet bietet dieses Buch aber leider nicht. Auf dem Hövel oder besser gesagt, seine Interview-Partner werden leider zu selten konkret in ihren Ausführungen zu dem, was noch kommen soll und wie die KI sich möglicherweise entwickeln wird.
Note: Empfehlenswert!
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